Wie millionen anderer Jugendlicher der 70er, war ich sofort begeistert,
als die ersten Berichte über das Star Wars Phänomen in den USA
Europa erreichten.
Die ersten Bilder habe ich im August 1977 in Oslo gesehen. Dort
berichtete eine norwegische Tageszeitung über Star Wars. Natürlich
konnte ich nichts lesen und wußte nicht, worum es ging, aber die
Fotos waren klasse (eine Sturmtruppe, Darth Vader und C-3PO)! Das blieb
mir im Gedächtnis haften.
Ein paar Tage später starb Elvis...
So langsam, im Herbst/ Winter '77 bekam ich mit, daß diese (u.a.)
Bilder zu einem neuen Science Fiction Film gehören. In einer kabel-,
computer- und videolosen Zeit, war es für einen 13-Jährigen fast
unmöglich in dieser Wüste an Informationen zu kommen. Es gab
auch keine deutschsprachigen SF-Magazine. Das alles entstand ja erst mit
und durch Star Wars! Die ersten Star Wars Filmclips sah ich im Dezember
'77, in der legendären Fernsehsendung "Kennen Sie Kino?" mit
Helmut Lange. Mit weit aufgerissenen Augen versuchte ich jedes einzelne
Bild in mein Hirn zu brennen. Nach der Sendung stürzte ich zu meinen
Schreibtisch und zeichnete die Eröffnungsszene mit dem Sternenzerstörer
nach, bzw., soweit ich mir noch Details merken konnte, mixte ich die Szene
mit meinen Captain Scarlet Modellautos.
Am 10.2.78 lief KRIEG DER STERNE endlich in Deutschland an.
Ich sah den Film einen Tag später mit zwei Schulfreunden und brauche
wohl nicht zu erwähnen, daß ich total begeistert war?

Zu jener Zeit gab mir meine Mutter DM 5,- mit zur Schule zum Essen.
Das reichte für eine Star Wars Figur (3,95 bei Spielzeug Zars in der
Osterstraße) und eine kleine Pommes bei McDonalds (1,05). Das waren
genau DM 5,-. So hatte ich die ersten 12 Figuren und ein paar mehr im nu
zusammen, inklusive drei Vinylcape Javas.
Es war während des Perry Rhodan Weltcons 1980 in Mannheim, daß ich die ersten Bilder von DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK sah. Das war zugleich auch meine allererste Convention! Mitten in der Halle hatte sich eine Schar von Leuten versammelt. Das weckte natürlich mein Interesse und ich versuchte einen Blick zu erhaschen. Im Zentrum des Geschehen, stand ein Fernseher, auf dem einen verrauschte Raubkopie lief. Ich sah noch, wie Luke und Leia sich umarmten und in die Weite des Alls blickten. Dann rollte der Abspann hoch. Sofort begriff ich, daß ich gerade TESB verpasst hatte! Ich war am Boden zerstört!Ö Doch Fortuna war mir hold. TESB wurde Tags darauf wiederholt und diesmal war ich rechtzeitig zur Stelle!
Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde ich mir auch der Existenz von Fan-Clubs und einer Fan-Szene bewußt. Ich trat der STAR WARS FAN ASSOCIATION in Berlin bei und meine ersten Leserbriefe wurden in der SPINNE vom Condor Verlag abgedruckt. Ich war stolz wie Hulle! All die Jahre zuvor, fühlte ich mich wie ein Gestrandeter auf einen unbewohnten Planeten.
Während der ersten Jedi-Con in Frankfurt im Oktober 1983
war es, daß ich persönliche Kontakte zu Star Wars Fans knüpfte,
unsere Norddeutsche Regionalgruppe ins Leben rief (bestehend aus Hamburger
& Kieler) und eine Einladung zur RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER Pressevorstellung
abstaubte. Jeden Pfennig mußte ich mir vom Munde absparen, daß
ich mir die Reise zur Con leisten konnte.
Unvergessen die Sylvesterfeier 1983/ 84 unserer Reginalgruppe
in Kiel. Am Nachmittag sind wir alle ins Kino gegangen, um ROTJ zusehen
und am Abend richteten wir die Rotkreuz Station her, wo gefeiert wurde.
Die Räumlichkeiten hatte einer unserer Gruppe organisiert, der dort
seinen Zivildienst verrichtete. Es herrschte eine Bombenstimmung und wir
hatten alle viel Spaß - nicht zuletzt wegen reichlichem Alkoholkonsum.
Bis Mitternacht war auch alles klar. Ich wollte ja schließlich noch
knallen. Doch danach ging es rapide bergab. Um 2.00 war für mich bereits
alles gelaufen. Mit 20 Jahren lotet man seine Grenzen noch aus. Am diesen
Tag überschritt ich sie eindeutig. Nachdem ich den Bacardi pur aus
der Buddel in mich hineingeschüttet hatte, war es aus. Ich kippte
vom Stuhl und konnte nicht mehr aufstehen. Mit letzter Kraft kroch ich
die Treppe hoch zur Toilette, wo man mich später bewußtlos in
meinen Erbrochenen fand. Jetzt machte es sich bezahlt in einer Rotkreuz
Station zu feiern. Zwei Pfleger trugen mich zu einer Couch, stellten einen
Eimer neben mich und versuchten mir Salzwasser einzuflößen.
Am Neujahrstag ging es mir echt dreckig.
Das waren spannende Zeiten! Im Sommer '84 mit dem Zusammenbruch des
GERMAN JEDIs (Das ist eine lange & traurige Geschichte) und meiner
Einberufung zur Bundeswehr, war dann erst mal alles vorbei.
Anfang der 90er begann sich das Star Wars Fandom wieder zu regen. Arnd
Riedel rief 1994 die Hamburger Star Wars Dinnergruppe ins
Leben. Mittlerweile wird sie von Oliver Endrigkeit und Claus Morell weiter
geführt. Hamburger Star Wars Fans treffen sich alle 4-6 Wochen an
verschiedenen Orten zum Essen. Manchmal werden auch gemeinsame Aktionen
geplant. Termine und Einzelheiten könnt ihr unter www.outerrim.de
erfahren. Arnd hingegen fährt lieber seinen selbstgebastelten und
voll funktionsfähigen R2-D2 spazieren. Mehr dazu auf seiner R2-Homepage.
Ebenfalls aus der Produktion von Arnd Riedel stammt das C-3PO Kostüm,
welches 1994 auf der Jedi-Con in Köln für Aufsehen sorgte.
Meine Wenigkeit hatte die Ehre, den goldenen Protokolldroiden während
der Eröffnungsshow zu spielen. Als Gaststar anwesend war Anthony
Daniels, der mir während der Probe "Schauspielunterricht" gab
und mir zeigte, wie ich mich als C-3PO zu bewegen habe. Anthony erzählte
mir von seinen Problemen in dem Kostüm. Die Schulterringe kniffen
unter den Armen und schnitten die Blutzufuhr ab, so daß seine Arme
gefühllos und die Finger eiskalt wurden. Mit erstaunen stellt ich
fest, daß ich die selben Probleme hatte. Ich brauchte das Kostüm
nur für wenige Stunden zu tragen, Tony hatte es den ganzen Tag zu
tragen. Meinen tiefsten Respekt für dieses Selbstopfer ist ihm dafür
sicher.
Endlich war Showtime und wir warteten in unseren Kostümen im Backstagebereich.
Zwei Monitore waren installiert, um das Geschehen auf der Bühne verfolgen
zu können. Ich stand in Position an der Tür. Es wurde dunkel.
Ich spürte Anthonys Hand auf meiner Schulter, der mir Glück wünschte
und ich betrat die Bühne. Die Zuschauer jubelten und fingen an zu
lachen, als sie sahen, wie ich meinen linken Unterschenkel verlor. "Oh,
I know that. This always happened to me.", war Tonys Reaktion zu diesem
Fehlstart. Ich machte einfach weiter. Was hätte ich auch tun können?
In diesen Kostüm kann man nichts aufheben oder festhalten. Dann verlor
ich eine Schulter. Die Massen lachten wieder und fingen an zu gröhlen.
Ich machte unbeeindruckt weiter. "He's marvelous!" kommentierte Anthony
das Geschehen. Ich hatte einige Schritte zu gehen. Der Oberschenkel rutschte
runter und die Rückenklappe öffnete sich. Die Massen wurden hysterisch.
Ich fühlte mich mehr wie Buster Keaton in einer Welt des Irrsinns,
als ein Protokolldroide. Es fing an wirklich kritisch zu werden, als sich
die Brust- und Rückenteile lösten. Ein Schatten aus dem Backstagebereich
sprang auf die Bühne und wickelte Klebeband herum. Die Massen fingen
an zu toben. Es half nichts. Die Teile klappten herunter. Ich beendete
meinen Auftritt ohne weitere Teile verlustig zu gehen und verließ
den "Planet der Affen", während hinter mir die Schlacht zwischen Rebellen
und Imperiale ausgefochten wurde. Als ich aus den Resten des Kostüms
herausgeschält wurde, lachte Anthony Daniels und sagte: "You were
great!"
Meine Star Wars Aktivitäten beschränken sich i.d.R.. auf
gelegentliche Veröffentlichungen im deutschen Star Wars Magazin
desOSWFC
(Offizieller
Star Wars Fan Club).
Regelmäßig erfreuen mit meinen Beiträgen, Kommentaren
und Illustrationen tat ich das exellente, amerikanische Star Wars Fanzine
Blue
Harvest, verlegt von
James Addams und Mary Jo Fox. Den Kontakt
knüpfte ich 1994, als im Star Wars Fanzine Monster & Heroes #7
von Rainer Schuck einige Adressen von US Zines abgedruckt waren. Ich beschloß
einige US Fanzines anzutesten und wählte zwei Adressen aus. Das eine
war ein reines Story Magazin und mit $23 für Übersee-Bezieher
recht happig. Was meine Entscheidung zugunsten von Blue Harvest entschied,
war nicht nur der günstigere Preis, sondern weil Mary Jo, neben dem
reinen Info-Material auch einen persönlichen Brief geschrieben hatte.
Das erschien vielversprechender zu werden. Das Monster & Heroes gibt
es schon seit längerem nicht mehr, aber das Blue Harvest hatte sich
zum beständigsten Star Wars Fanzine in den USA entwickelt. 20 Ausgaben
waren bis Sommer 2000 erschienen, bis es (vorläufig) auf Eis gelegt
wurde. Das Leben ist schon komisch...
DiesesJahr feiert Star Wars sein 25-jähriges Bestehen und ich prahle
immer damit, daß ich seit Anfang an dabei bin. Vieles hat sich seitdem
verändert. Heute gibt es ein organisiertes Fandom und einen Sammlermarkt
mit all seinen Auswüchsen. Davon wagte ich 1980 kaum zu träumen.
Kabelfernsehen, Videos, DVDs und Computer gehören zum Alltag. Das
Internet hat das Fandom völlig umgekrempelt. Ohne Email-Adresse ist
man der letzte Arsch.
Das Fandom ist professioneller geworden. Das ist durchaus etwas, was
ich begrüße und von dem ich auch profitiere. Aber die "Unschuld"
ist auf der Strecke geblieben. Es geht natürlich auch um Geld. Dagegen
ist überhaupt nichts einzuwenden. Aber was hat es für einen Sinn,
Merchandising-Produkte zu kaufen, wenn man nur noch das Gefühl hat
verarscht zu werden? Man zählt dein Geld, während alle einen
auslachen. Ein Markt wird nicht mehr gepflegt, sondern nur noch geschröpft
und verbrannte Erde hinterlassen. Symptomatisch hierzu die nachrückende
Star Wars Generation. Die meistgestellten Fragen sind: "Was kostet das?"
und "Wo kann ich das bekommen?". Kreativität ist immer weniger gefragt.
Ich habe mich verändert, die Welt hat sich verändert, das
Geschäft hat sich verändert. Über 20 Jahre vergehen nicht,
ohne "Narben" zu hinterlassen. Vieles interessiert mich nicht mehr. Das
sage ich ohne Bitterkeit. Es ist kein Blick zurück in Zorn. Meine
Schwerpunkte haben sich einfach nur verlagert. Deswegen kann ich aber immer
noch Spaß haben! Ich reise nur wegen eines Ereignisses um den halben
Globus, treffe Freunde oder versaufe mein Geld auf Cons. So erhalte ich
mir meine Freude am Star Wars Fandom, auch ohne Geld für "exclusive-signed-limited-and-numbered-first-print-special-only-avaible-here-Action-Figures
auszugeben.
Folgend nun meine Veröffentlichungen aus diversen Magazinen.
Meine Star Wars Illustrationen findet ihr in der Galerie.
Cam Kennedy, Oliver Vatine & Fred Blanchard
Bantha
Tracks
Ein weiteres mal wandelte ich durch die Sääle
des Indiana Convention Centers ausgestattet mit einem Presseausweis. Hier
mein Exklusivbericht über die Star Wars Celebration III erschienen
im Star Wars Magazin #38, 2005.
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